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14. April bis 9. Juni 2013

Vom Zauber der Manege

Zirkuswelten in der Kunst des 20. Jahrhunderts

Die Welt, in der alles möglich ist, in der elfenhafte Wesen scheinbar schwerelos durch die Luft schweben, wilde Tiere gehorsam Kunststücke vorführen und Männer mit sagenhaften Kräften jedem Naturgesetz trotzen, faszinierte nicht nur Kinder, sondern auch Künstler vieler Generationen. Es ist die Welt des Zirkus und des Jahrmarkts, der Gaukler und Artisten, die in der bildenden Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis heute ein wichtiges Sujet für viele berühmte Und weniger bekannte Künstler darstellte.

»Die Kinder haben schnell begriffen, dass die Ankunft des Zirkus’ in ihrem Dorf eine großes Ereignis ist. Ein Abenteuer, wo man sich Freiheiten herausnimmt und nicht mehr pünktlich zur Stelle ist. Der Zauber der Freiheit umgibt dieses Gehäuse, das in einer Nacht aufgebaut wird und weiterwandert, das erscheint und wieder verschwindet wie etwas Wunderbares, sehr Flüchtiges und Freies. Plötzlich ist das Wunder Wirklichkeit«. So schildert Fernand Léger seine eigenen Erfahrungen als Kind bei der Begegnung mit dem Zirkus. In Paris besuchte er wie Pablo Picasso und Georges Rouault, regelmäßig den berühmten Zirkus Médrano. Der festliche Rausch flimmernder Lichter, die Körperlichkeit der Darbietungen, Erotik und Exotik boten nicht nur Léger reichlich Anschauungsmaterial. Die Künstler fühlen sich Gauklern und Artisten offenbar so nah, dass sie die Rollen nur allzu gern tauschen. Die oft behauptete geistige Verwandtschaft zwischen Künstlern und fahrendem Volk erleichtert ihnen das Erfassen der tiefgründigen Symbolik der Protagonisten und ihrer Darbietungen.

Zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken von der Klassischen Moderne bis in die heutige Zeit zeigen die ganze Fülle an Darstellungsmöglichkeiten. Anhand des Zirkussujets lässt sich eine Reise durch die Kunstgeschichte mit kühnen Perspektiven, spektakulären Auftritten und dem Blick hinter die Kulissen arrangieren. Um die Vielfalt der sich anbietenden Motive zu verarbeiten, schufen viele Künstler eindrucksvolle grafische Zyklen, die heute als herausragende Arbeiten des 20. Jahrhunderts gelten. Der bunte Kosmos rund um das Thema Zirkus begeistert bis heute Groß und Klein.

Die in der Ausstellung versammelten Werke stammen alle aus dem Besitz des Kunstsammlers Wolfgang Finkbein. Mit insgesamt 120 künstlerischen Positionen von über 80 Künstlern wie Max Beckmann, Bernard Buffet, Marc Chagall, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Erich Heckel, Oskar Kokoschka, Ernst Ludwig Kirchner, Ulrich Knispel, Fernand Léger, Marino  Marini, Henri Matisse, Pablo Picasso und Georges Rouault zeigt das Kunsthaus Apolda Avantgarde einen eindrucksvollen Querschnitt dieser besonderen Sammlung.

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Öffnungszeiten & Preise
Katalog zur Ausstellung
Begleitprogramm zur Ausstellung

Veranstalter:
Kreis Weimarer Land, Kunstverein Apolda Avantgarde e.V.

Konzeption und Realisierung:
Nadine Steinacker

Mit freundlicher Unterstützung:

 

Copyright für alle Abbildungen: © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

 

 

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