Kunsthaus Apolda

 

29. März bis 30. Mai 2015

München leuchtet: Leo Putz und die Künstlervereinigung
>Die Scholle<

Malerei zwischen Impressionismus und Expressionismus aus der
Sammlung Siegfried Unterberger

Vanitas, 1896, Öl/Lwd. Leo Putz, im Jahre 1869 als Sohn des Bürgermeisters in Meran geboren, gilt nach einhelliger Meinung kunsthistorischer Forschung als bedeutendster und begabtester Maler und Zeichner Südtirols  in der Zeit von 1895 bis 1935.

Trotz des Widerstands seines Vaters begann Leo Putz 1886 seine künstlerische Ausbildung bei seinem Stiefbruder, Robert Pötzelberger, an der ›Akademie der Bildenden Künste‹ in München. Nach Studien bei  (dem 2009 im Kunsthaus präsentierten) Adolf Hoelzel in Dachau (1889) trat er in die Klasse von Gabriel von Hackl ein. Von 1891 bis 1892 studierte er bei Adolphe William Bouguereau und v. a. bei dem Orientmaler Benjamin Constant an der renommierten ›Académie Julian‹ in Paris, wo er sich aktiv mit der Lichtmalerei des Impressionismus und mit der formbewußt-dekorativen Kunst der ›Nabis‹ auseinandersetzte. Im Jahre 1893 schloss er sein Münchener Akademiestudium bei Paul Höcker ab.

Der ab 1895 in München als freischaffender Maler ansässige Vertreter eines gemäßigten Impressionismus mit eigener und unverwechselbarer Note erregte 1896 mit seinem großen Gemälde ›Vanitas‹ (1896, Öl auf Leinwand - siehe Abb. rechts) in der Ausstellung der 1892 gegründeten Münchener ›Secession‹ enormes Aufsehen, weshalb ihn die populäre Zeitschrift ›Jugend‹ zur ständigen Mitarbeit (bis 1926) verpflichtete. Der ab 1898 im Hause Thomas Manns verkehrende Leo Putz unterrichtete von 1902 bis 1908 an der sog. ›Damenakademie‹ in München. Mit seinen im Jahre 1906 in München, in Leipzig, in Dresden und auch in Wien präsentierten farbkräftigen Figuren-, Akt- und Landschaftsgemälden schaffte er den nationalen und internationalen Durchbruch als eigenständiger Kolorist – mit der Folge, dass er sofort zum Mitglied der Berliner ›Secession‹ ernannt wurde. Im Jahre 1908 erschien die erste Monographie über ihn; 1909 wurde er bayerischer Staatsangehöriger und ›Königl. bayerischer Professor‹.


Am Ufer, 1909, Öl/Lwd.

Freilicht, 1908, Öl/Lwd.

Morgensonne, 1907, Öl/Lwd

Von 1929 bis 1933 lebte das Ehrenmitglied der ›Bayerischen Akademie der Künste‹ mit seiner Ehe frau, der Malerin Frieda Blell, in Brasilien, wo er an der ›Escola Nacional de Belas Artes‹ in Rio de Janeiro unterrichtete. Seine 1935 im Münchener Kunstverein präsentierten Landschaftsgemälde mit Motiven aus Brasilien und aus Argentinien brachten dem seit 1923 in Gauting lebenden Kosmopoliten wegen ›undeutscher‹ künstlerischer Tendenzen Verhöre durch die Gestapo und 1937 den Ausschluss aus der Reichskulturkammer ein – weshalb er sich schon 1936 nach Meran, ins ›innere Exil‹, zurückgezogen hatte, wo er 1940, im Alter von 71 Jahren starb.


Der Morgen, 1902, Öl/lwd.

Früstück im Freien, 1909, Öl/Lwd.

Vor dem Spiegel, 1902, Öl/Lwd.

Nach der Erstpräsentation (2002/2003 in München, in Leipzig und in Trient) der eindrucksvollen retrospektiven Putz-Sammlung des Meraner und Leipziger  Unternehmers, Dr. Ing. Siegfried Unterberger, wird diese hochkarätige Kollektion erstmals auch in Thüringen gezeigt – allerdings ergänzt um Werke sämtlicher Mitglieder der Münchener Künstlervereinigung ›Die Scholle‹ (1899–1911), der Leo Putz ab 1903 angehörte.

HDM

In der Ausstellung sind sämtliche Mitglieder der Münchener Künstlervereinigung ›Die Scholle‹ vertreten:

Gustav Bechler (1870–1959)
Reinhold Max Eichler (1872–1947)
Fritz Erler (1868–1940)
Erich Erler-Samaden  (1870–1946)
Max Feldbauer (1869–1948)
Walter Georgi (1871–1924)
Adolf Höfer (1869–1927)
Adolf Münzer (1870–1953)
Walter Püttner (1872–1953)
Leo Putz (1869–1940)
Franz Wilhelm Voigt (1867–1949)
Robert Weise (1870–1923)

Öffnungszeiten & Preise
Katalog zur Ausstellung
Begleitprogramm zur Ausstellung

Veranstalter:
Kunstverein Apolda Avantgarde e.V.

Konzeption & Realisierung:
ArtusGmbH Dr. Mück, Utenbach/Apolda

Vortrag zur Ausstellung:
Die Maler der Künstlervereinigung ›Die Scholle‹
von Dr. Hans-Dieter Mück am 23. April 2015.
Einlass 18 Uhr, Beginn 19 Uhr. Eintritt 5,– €

Schirmherrschaft:
Dr. Arno Kompatscher
Landeshauptmann von Südtirol

Mit freundlicher Unterstützung:
Freistaat Thüringen, Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Sparkasse Mittelthüringen
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
Ernst von Siemens Kunststiftung
Energieversorgung Apolda
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