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21. September bis 14. Dezember 2014

HENRI MATISSE

>>Meine gekrümmten Linien sind nicht verrückt<<

Der Künstler Henri Matisse (1869-1954) wurde nicht selten mit einem Zauberer verglichen. In seiner Malerei und seinen Scherenschnitten der späten Jahre schuf er farbenfrohe Welten voller Harmonie, Leichtigkeit und Lebensfreude. Ein wahres Zauberkunststück vollführte der vom Zirkus begeisterte Künstler 1947 mit seinem berühmtesten Künstlerbuch Jazz, dasin handgeschriebenen Texten und bunten Papierschnitten Erinnerungen an die Zirkusmanege und ein ozeanisches Paradies wachruft, das er in Tahiti erlebte. Zusammen mit den anderen berühmten Künstlerbüchern des Spätwerks, in denen Matisse mit Text und Bild wie ein Jongleur mit schwarzen und weißen Bällen spielt, steht es im Mittelpunkt der Ausstellung.

Matisse revolutionierte die Kunst seiner Zeit wie kein Zweiter und wurde ab den 1950er Jahren zu einem der wichtigsten Wegbereiter der abstrakten Moderne, der Pop Art und des modernen Designs. Aus heutiger Sicht ist es deshalb kaum vorstellbar, dass den Künstler Zeit seines Lebens die Sorge plagte, „am Ende vergessen“ zu sein. Denn zu Lebzeiten sah sich der Maler des Glücks und des Lichts massiver Kritik ausgesetzt. Nachdem er 1905 die Fauves mitbegründet hatte, jene Künstlergruppe, die die Kunstkritik als „Wilde“ beschimpfte, wurde Matisse auf dem Kunstmarkt  als Wahnsinniger gehandelt. Und im Alter unterstellte man ihm, sich mit Kindereien zu beschäftigen.

Die akademische Kunstwelt auf den Kopf zu stellen, gelang Matisse indes nur, weil er seiner Zeit weit voraus war. Nicht die Abbildung der äußeren Wirklichkeit interessierte ihn, sondern die Darstellung innerer Visionen, des Gefühls und der Wahrnehmung. Zur größten Inspiration seines Lebens wurde die bilderlose und zeichenhafte orientalische Kunst. Auf seinen Reisen nach Algerien, Marokko und Spanien entdeckte er in Architektur und Kunstgewerbe die Arabeske, die er zum Grundelement seiner Kunst machte. Nach dem Vorbild des ornamentalen Rankenmusters setzte Matisse eigene Motive und Farben miteinander in Beziehung, die ihm zu übergeordneten Zeichen von Harmonie, Lebensglück und Liebe wurden. Seine Bildräume entwickelten sich zu zweidimensionalen Flächenornamenten, die eine meditative und beruhigende Wirkung auf den Betrachter ausüben sollten.

Besonders in den farbintensiven Scherenschnitten des Spätwerks manifestiert sich Matisse‘ visionäre Kraft und sein Traum vom Goldenen Zeitalter. Doch auch die übrigen schwarz-weißen Buchillustrationen der Spätzeit lassen die beseelte Weisheit des Künstlers erkennen, der ähnlich einem Schriftsteller einen „Wortschatz aus Gegenständen“, Emotionen und Erinnerungen schuf. In seinen späten Lithografien, Radierungen und Linolschnitten verdeutlicht sich einmal mehr sein Umgang mit Fläche und Linie, durch den er den Darstellungsgegenstand zum Stilmittel machte und der ihn in seinen „papiers découpés“ zum Zeichnen „mit der Schere“ inspirierte.

Die Ausstellung, die sich dem umfangreichen graphischen Werk von Matisse von 1932 bis 1950 widmet, zeigt 90 Werke aus dem Musée départemantal Matisse, Le Cateau Cambrésis, dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster und deutschen Privatsammlungen, darunter Buchillustrationen zu Stéphane Mallarmés Poésis (1932), James Joyce` Ulysses (1935),  Henri de Montherlants Pasiphaé (1944), Jazz (1947) oder Pierre de Ronsards Florilège des Amours (1948). Zur Ausstellung erscheint ein reichlich bebilderter Katalog mit 176 Seiten.

 

Öffnungszeiten & Preise
Katalog zur Ausstellung
Begleitprogramm zur Ausstellung

Veranstalter:
Kreis Weimarer Land, Kunstverein Apolda Avantgarde e.V.

Konzeption & Realisierung:
Dr. Andrea Fromm und Tom Beege, Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung:
Freistaat Thüringen - Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Institut Francaise - Erfurt
Ambassade de France en Allemagne
Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen
Sparkasse Mittelthüringen
Ernst von Siemens Kunststiftung
Energieversorgung Apolda

Alle Abbildungen Sammlung Classen im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Copyright für alle Abbildungen: ©Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2014, Photograph: Archives H. Matisse, All Rights Reserved

 

 

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Letzte Änderung 17.09.2014 / copyright@webmaster / Impressum