
17.5.-23.8.2026
Keith Haring
Posters
Schwarze Strichzeichnungen von Babys, tänzelnde Menschen und bellende Hunde wurden das Markenzeichen des amerikanischen Künstlers Keith Haring (1958-1990), der einer der zentralen Künstlerpersönlichkeiten in der legendären New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre war. Bis heute haben seine ikonischen Motive ihre Wirkung nicht verloren und beeinflussen seitdem Künstler der Nachgeneration. Das Kunsthaus Apolda zeigt mit rund 80 Künstlerpostern in verschiedenen Werkgruppe das breite Themenspektrum des Künstlers, der sich für Menschenrechte, Toleranz, Bildung von Kindern und Aufklärung über die Krankheit Aids einsetzte.
Nach seinem Studium an der School of Visual Arts in New York begann der in Pennsylvania geborene Künstler ab 1980 mit weißer Kreide in schneller Linienführung seine Cartoon artigen Figuren auf die leeren, schwarz abgeklebten Plakatflächen der New Yorker U-Bahnstationen zu zeichnen. Diese „Subway Drawings“ waren im städtischen Raum allgegenwärtig und zeigten bereits seinen unverwechselbaren Stil.
Seine auf eine Umrisslinie reduzierte künstlerische Sprache, die dem Comic und der Straßenkunst nahestand, war plakativ und schnell als Marke erfassbar. Seine Künstlersignatur, sein „tag“, war ein in Strichzeichnung dargestelltes krabbelndes Baby, von einem Strahlenkranz umgeben: „Das Baby ist deshalb zu meinem Logo oder meiner Signatur geworden, weil es die reinste und positivste Form menschlichen Lebens darstellt.“
New York war für Haring ein immens inspirierender Ort: das Aufkommen des Punkrocks, der Hip-Hop und Breakdance Szenen und vor allem der Graffitikunst: „Die Formen, die ich da entdeckte, waren meinen Zeichnungen sehr ähnlich…sie waren ohne Vorskizzen direkt auf der Oberfläche der Wagons entstanden.“
Haring bezog in seiner Kunst aktiv Stellung zu den Themen seiner Zeit: zur nuklearen Abrüstung, zum Umweltschutz und die Gleichberechtigung des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Sexualität. Der selbst an Aids erkrankte Künstler gestaltete Plakatkampagnen, in denen er sich mit seiner Kunst für Aids-Aufklärung und Enttabuisierung der Krankheit einsetzte, oder sich gegen die Apartheid in Südafrika und die atomare Aufrüstung ausspricht. Seine Arbeiten waren als politischer Akt im öffentlichen Raum zu verstehen mit einfach lesbaren Motiven.
Er wollte mit seiner Kunst aufklären und so viele Menschen wie möglich erreichen. „Denn darum ging es mir jetzt mehr als um alles andere – um Kommunikation!“ Der öffentliche Raum spielte daher eine große Rolle sowohl als Trägerfläche für Poster als auch ein Ort, an dem große Wandgemälde entstanden – jenseits des etablierten, elitären Kunstbetriebes. Seine für jeden sichtbaren Wandgemälde zeigen Stellungnahmen zu gesellschaftsrelevanten Themen, wie beispielsweise „Crack Down!“, das sich gegen Drogen ausspricht. Weitere bedeutende Wandgemälde entstanden an der Berliner Mauer und in Pisa.
Ein wichtiges Anliegen war für ihn die Bildung von Kindern. Seine Plakate kündigten eigene Aktivitäten mit Kindern an oder unterstützten mit dem Verkaufserlös kranke, behinderte, unterstützendwerte Kinder. Neben seinem sozialen Engagement bewarb er mit seinen Postern Veranstaltungen zu Theater- und Musikprojekten, wie dem Jazzfestival in Montreux.
Werke aus der Ausstellung
Private Unternehmen und Organisationen schätzten die unverwechselbare Eigenart und universale „Sprache“ seiner Kunst. So entstanden kommerzielle Kooperationen, bei denen seine Kunst als Werbeträger fungierte. Auftragsarbeiten von Firmen entstanden zudem im Zusammenhang mit Verkaufserlösen für ein wohltätiges oder kulturelles Projekt. Zu seinen Kunden zählte der Schweizer Uhrenhersteller „Swatch“, der die Breakdance Weltmeisterschaften 1984 sponsorte.
1986 eröffnete Keith Haring seinen legendären Pop Shop, ein Ladengeschäft, in dem selbstproduzierte Artikel wie T-Shirts, Postkarten, Buttons und Poster verkauft wurden. Er hatte das Shop Konzept lange mit seinem Freund Andy Warhol diskutiert. Haring wollte mit Hilfe von Massenartikeln ein Gemeinschaftsgefühl stiften und so ein Bewusstsein für soziale Probleme schaffen. Keith Haring sah Künstler als „Sprecher für die Gesellschaft, als Teil der allgemeinen Bevölkerung und Kultur.“ Den größten Teil seiner Einkünfte aus dem Pop Shop spendete er für wohltätige Zwecke, wie der afrikanischen Hungerhilfe. Zahlreiche kleinere Objekte und Marketing-Produkte, die Haring in seinem New Yorker Pop Shop verkaufen ließ, werden diese Ausstellung ergänzen.
Der Künstler gründete 1989 die Keith Haring Foundation, deren Hauptziele bis heute sind, unterprivilegierten Kindern Ausbildungschancen zu bieten und ein vorurteilsfreies Bewusstsein gegenüber HIV und Aids zu schaffen.
Diese Ausstellung verdeutlicht, in welcher Weise der Künstler Keith Haring seinen Bekanntheitsgrad und sein unverwechselbares künstlerisches Markenzeichen als Marketingstrategie nutzte, um auf wichtige gesellschaftsrelevante Themen hinzuweisen. Kunst wird zum politischen Aktivismus. Keith Haring distanzierte sich vom elitären Kunstbegriff und präsentierte seine Kunst in unkonventioneller Form, Formaten und Räumen. Als Keith Haring mit 31 Jahren – nach einer Schaffenszeit von gerade mal zehn Jahren – an den Folgen von Aids
Leihgeber:
Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg
Kuratoren:
Die Ausstellung wurde vom Kurator Dr. Jürgen Döring des Museums für Kunst und Gewerbe zusammengestellt und von der Kunsthistorikerin Susanne Flesche für das Kunsthaus Apolda kuratiert.
Zeitgleich im „Kabinett im Kunsthaus“: Shepard Fairey
Informationen
KUNSTHAUS APOLDA AVANTGARDE
Bahnhofstraße 42 · 99510 Apolda
Telefon: 03644 – 51 53 65
www.kunsthausapolda.de
info@kunsthausapolda.de
ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag – Sonntag: 10 – 17 Uhr
Auch Feiertags geöffnet
Letzter Einlass 16:30 Uhr
EINTRITTSPREISE
Erwachsene: 7,- €
Ermäßigt: 6,- €
Familienkarte 14,- €
Schulklassen: 2,- € (p. P.)
Begleitveranstaltungen: 9,- €
VERANSTALTER
Kunstverein Apolda Avantgarde e.V.
mit freundlicher Unterstützung der Kreisstadt Apolda
FÜHRUNGEN
nach Voranmeldung per Telefon oder E-Mail
Infos unter:
www.kunsthausapolda.de/fuehrungen
KURATOREN
Die Ausstellung wurde vom Kurator Dr. Jürgen Döring des Museums für Kunst und Gewerbe zusammengestellt und von der Kunsthistorikerin Susanne Flesche für das Kunsthaus Apolda kuratiert.
LEIHGEBER
Museum für Kunst und Gewerbe
in Hamburg
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Begleitprogramm
Samstag, 30.05.2026, 17:00 bis 23:00 Uhr
Lange Nacht der Museen
Kunst. Beats. Bewegung. Im Rahmen der Langen Nacht der Museen – in Kooperation mit Jena, Weimar und Erfurt – wird das Kunsthaus zur Bühne für eine besondere Nacht zwischen Kunst, Musik und Popkultur.
Entdecken Sie Keith Harings energiegeladene Bildsprache bei Führungen und Bastelaktionen, tauchen Sie ein in seinen Kosmos im Film „The World of Keith Haring“ und halten Sie den Abend in unserer Fotobox fest. Für den passenden Sound sorgt das DJ-Kombinat GRUPPE VERSUS mit einem Set aus Funk, Oldschool Hip-Hop und Newschool Hip-Hop – urban, tanzbar und inspiriert vom Geist der Straße, aus dem auch Keith Haring seine Kunst entwickelte. Ein Abend zwischen Museum und Club, Kunst und Beat – offen, lebendig und alles andere als leise.
Donnerstag, 11.06.2026, 19 Uhr
Vortrag
Keith Haring und die 1980er Jahre
In dem Vortrag wird das Werk Keith Harings in seinen historischen Kontext hingestellt und dabei besonders auf die visuelle Kultur Amerikas in der Reagan-Ära eingegangen. Im Fokus stehen nicht nur popkulturelle Phänomene (Musik, Kino, Fernsehen), sondern bezogen auf Keith Haring auch die Be- und Verarbeitung der um sich greifende HIV-Pandemie. Mit Joseph Imorde, Prof. Dr., Kunsthistoriker, Berlin
Sonntag, 21.06.2026, ab 16 Uhr
Fête de la Musique
Das Kunsthaus Apolda beteiligt sich in diesem Jahr an der Fête de la Musique und öffnet seine Türen für einen musikalischen Sommerabend. Im Rahmen der Veranstaltung wird das Kunsthaus bei laufendem Musikprogramm bei freiem Eintritt zugänglich sein. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Kunst und Musik miteinander zu verbinden, durch die Ausstellungsräume zu gehen und das besondere Zusammenspiel von Klang und Kunst zu erleben.
Das Kunsthaus ist an diesem Tag bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zum musikalischen Programm werden rechtzeitig auf unserer Website bekannt gegeben.
Donnerstag, 25.06.2025, 19 Uhr
Kuratorinnenführung
Ein exklusiver Rundgang mit kuratorischen Einblicken in Werk, Zeitgeist und Wirkung von Keith Haring. Susanne Flesche, Kunsthistorikerin, München
Freitag, 17.07.2025
Konzert
Farben, Formen, Flow – CRZA x Keith Haring: Der Weimarer DJ CRZA gestaltet einen audiovisuellen Abend als Einklang ins Wochenende – Musik, Kunst und Atmosphäre für Jung und Alt.
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Plätze für die Begleitveranstaltungen begrenzt sind und eine Anmeldung erforderlich ist. Der Preis für Ausstellungsbesuch und Begleitveranstaltung beträgt 9,-€
Parken
Am Kunsthaus gibt es nur eingeschränkte Parkmöglichkeiten. An den Wochenenden steht Ihnen zusätzlich der Parkplatz oberhalb des Kunsthauses (Zufahrt über Herder- und Brandesstraße) und der Parkplatz am Landratsamt (Zimmermannbau) zur Verfügung (Zufahrt über die Ackerwand). Weitere Parkmöglichkeiten finden Sie auf dem Park & Ride-Parkplatz am Bahnhof (Zufahrt über Sulzaer Straße) oder im Parkhaus an der Stadthalle (ausgeschildert). Zu Fuß sind es jeweils ca. 5 Minuten bis zum Kunsthaus.
Anfahrt Parkplatz oberhalb des Kunsthauses:
https://goo.gl/maps/QXVzDZeQf76TH9pE6

Parkplatz am Landratsamt:
https://goo.gl/maps/LPaTkwF2aBjoxdXt8







